Ohren auf

Unterwegs zwischen Traum und Albtraum

Sammelkritik: Kammerjazz, gestrichen und gezupft

Feuilleton | Andreas Felber | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Wenn es eine Popsängerin gibt, auf die sich die meisten Jazzerinnen und Jazzer einigen können, dann ist das - noch vor Björk - wohl Joni Mitchell. Aktuell outet sich Bassist Peter Herbert im Zuge der CD "Joni“ (col legno) als Fan der kanadischen Songwriterin. Rund die Hälfte der bearbeiteten Lieder entstammt dem Album "Wild Things Run Fast“ aus dem Jahr 1982; Herbert kleidet sie auf aparte Weise neu ein: Die Melodielinie - gesungen von der stimmlich makellosen, interpretatorisch etwas zu verhaltenen Ena alias Verena Pruka - bleibt intakt, wird allerdings mit harmonisch herben, gestisch schroffen, rissigen Streichquartett-Texturen unterfüttert. Das Wiener Koehne-Quartett um Joanna Lewis, dessen Part auch live-elektronischen Interventionen von Wolfgang Mitterer ausgesetzt ist, meistert diese anspruchsvolle Aufgabe bravourös.

Die Exilaustralierinnen des Koehne-Quartetts sind auch anderweitig umtriebig: Cellistin Melissa Coleman legt mit "Backdoor“ (Extraplatte) das erste Album unter


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