7 Sachen die Sie über Marienkäfer eventuell nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Roter Käfer mit schwarzen Punkten?

Ja, von ordinären Marienkäfern ist die Rede.

Warum das denn?

Weil sie, wenn es so weitergeht, bald gar nicht mehr so ordinär sein werden. Zumindest die hiesigen, Coccinellidae, nicht. Der wird neuerdings von seinem asiatischen Verwandten, Harmonia axyridis, verdrängt.

Asiatische Marienkäfer? Wie sehen die denn aus?

Es gibt sie, ebenso wie die einheimischen, in allen möglichen Farb- und Punktevarianten. Allerdings sind sie größer als die Marienkäfer hierzulande und ihre Färbung geht ins Bräunliche.

Warum sind sie den weiten Weg hergekommen?

Es ist, wie so oft, die alte Geschichte: Indem man einem Schädling einen Nützling an den Hals hetzte, um ihm den Garaus zu machen, wurde letzten Endes auch der Gute zur Plage.

Die Geister, die ich rief, werd ich nicht mehr los?

Genau. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der asiatische Marienkäfer als Lausjäger zu einem Kamikazeeinsatz in die USA importiert. Wohl weil er aufgrund seiner Größe auch größere Mengen an Blattläusen vertilgen kann als seine kleinen Verwandten.

Wann kam er nach Österreich?

Angeblich wurde das erste freilebende Exemplar 2001 in Belgien gesichtet, von wo aus sich die Käfer nach und nach über ganz Europa ausbreiteten.

Käferrassismus, oder wie?

Zum einen fressen die Zugereisten leider nicht nur Blattläuse, sondern auch andere Insekten, deren Eier und Larven. Zum anderen überwintern sie zu gerne in warmen Wohnungen. Und das in Schwärmen! In Deutschland gab es bereits richtige Käferplagen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige