Kunst Vernissage

Durch die Möbiusschleife gedrehter Blick

Lexikon | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Gerade ist die gelungene Galerienschau vom David Maljkovic zu Ende gegangen, da eröffnet schon seine Ausstellung in der Secession. Der 1973 in Rijeka geborene Künstler interessiert sich in seinen Installationen, Collagen und Filmarbeiten für zwei Bereiche: einerseits für die filmische Apparatur und die Wahrnehmungsdispositive, die sie kreiert, andererseits für die Moderne im jugoslawischen Sozialismus. Für letzteren Themenkreis hat sich Maljkovic intensiv mit der Zagreber Künstlergruppe EXAT 51 (Experimental Atelier) beschäftigt, in der von 1950 bis 1956 Künstler und Architekten gemeinsam gegen das stalinistische Dogma des sozialistischen Realismus auftraten.

Zu den weiteren Künstlern, die diese Woche in der Secession eröffnen, zählt auch der Ungar Attila Csörgo. In seinen humorvollen Fotos, Skulpturen und Zeichnungen greift der 46-jährige Künstler Fragen der Naturwissenschaften auf. Phänomene, die in Kinetik, Optik oder Geometrie erforscht werden, finden in den Kunstwerken Umsetzung. Etwa wenn in der Skulptur "Magnet Spring“ Glasplatten durch magnetische Wirkung wie von selbst stehen bleiben oder durch die Vorrichtung "Moebius Space“ eine fotografische Möbiusschleife möglich wird.

In der Malerei der kalifornischen Künstlerin Lecia Dole-Recio dreht sich viel um die Bearbeitung des Bildträgers. Nicht vorgefertigte Leinwände, sondern selbst aus Collagen, Karton oder Pergament produzierte Flächen stellen die Trägermedien für Dole-Recios abstrakte Kompositionen dar. Weniger der gestische Pinselstrich als ein konstruierter Bildaufbau stehen bei den Gemälden im Vordergrund, die auch eine rhythmische Anmutung haben. Die 1971 geborene Malerin stellt im Grafischen Kabinett aus. NS

Secession, Do 19.00; bis 5.2.


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