Film Neu im Kino

Meisterwerk: "Nader und Simin“ von Asghar Farhadi

Lexikon | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Simin möchte mit ihrer Tochter Termeh den Iran verlassen, Ehemann Nader seinen alzheimerkranken Vater pflegen. Frontal zur Kamera, in einer Szene ohne einzigen Schnitt, tragen sie dem Gericht dieses Problem vor. Es gibt keine Lösung. Nicht für Simin, weil die Frau in diesem Ayatollah-Staat wenig zählt; nicht für Nader, weil der Mann allein den verschiedenen Belastungen nicht standhält. Um diese zerbrechende Mittelstandsfamilie herum fächert "Nader und Simin - Eine Trennung“ mit präziser Beiläufigkeit ein Panorama der iranischen Gesellschaft und ihrer Konfliktlinien auf: Geldnot, Zeitnot, Glaubensnot rütteln am Gefüge der Traditionen, deren (Nicht-)Einhaltung die Protagonisten zu Lügnern und Betrügern wider Willen macht. Auf der Berlinale gab es den Goldenen Bären für den Film sowie Preise für die Darsteller, ausnahmsweise zurecht! Mo

Derzeit in den Kinos (OmU im Gartenbau & Votiv)


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