Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Stefan Apfl | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Während wir in unseren Rollen als Redakteurin und Layouter, als Chefin vom Dienst und Chef von allem täglich miteinander zu tun haben, begegnen wir einander bloß zwei Mal in jedem Jahr als Menschen. Zumindest versuchen wir das.

Nämlich beim Weihnachtsfest, das irgendeine höhere Gewalt in den 70er-Jahren für den letzten Dienstag vor Weihnachten festgelegt hat, und beim Ganslessen, für das sich Tatjana Ladstätter, die Assistentin der Gewalt, jeden November einen anderen Tag aussuchen darf. Diesmal fiel ihre Wahl auf vergangenen Dienstag.

Alles in allem ist es uns wieder ganz gut gelungen, dieses Menschsein. Wobei das auch an der Routine liegt. Sie beginnt mit den Fragen: Wer ist nicht da? Warum? Und wer kommt noch? Dann der Höhepunkt, die Konrad-Lorenz-Gedenk-Gans. Und schließlich, ist Armin Thurnher einmal mit den Worten "Es war gans mein Vergnügen“ gegangen, folgt der Zwetschkenschnaps und auf ihn die Enthemmung.

Florian Klenk etwa hat jüngst einen Apfelbaum gepflanzt und Klaus Nüchtern gelernt, eine Klarinette zu blasen. Matthias Dusini wiederum joggt gerne durch den Augarten und Marianne Schreck kommt tatsächlich: aus dem Wachauerland.

An der steigenden Anzahl von Herren, die voriges Jahr noch stolz ihre Smartphones und diesmal, ähnlich stolz, die Fotos ihrer Kinder auf ihren Smartphones präsentierten, merkten wir, wie die Zeit vergeht. Einmal mehr schien gewiss: Die Redakteurinnen und Layouter, die Chefinnen vom Dienst und die Chefs von allem, sie kommen und gehen. Nur das Ganslessen, das bleibt.


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