"Die Märkte sind Opfer des Neoliberalismus“

Politik | Interview: Robert Misik | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Warum ist er nicht mausetot, der Neoliberalismus?, fragt der Politikwissenschaftler Colin Crouch in seinem neuen Buch

Colin Crouch, 67, hat mit dem schmalen Bändchen "Postdemokratie“ vor zwei Jahren das wohl meistrezipierte politikwissenschaftliche Buch der vergangenen Jahre geschrieben. Jetzt legte der britische Wissenschaftler ein neues Buch vor: "Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus“. Kommenden Mittwoch stellt Crouch es im Bruno-Kreisky-Forum vor.

Falter: Wo erreiche ich Sie gerade?

Colin Crouch: In Italien.

Da gibt es ja eine neue Regierung unter Mario Monti, einem Technokraten. In Griechenland gibt es jetzt auch einen Technokraten an der Regierungsspitze. Ist das der neue Trend? Berlusconi war ja eines der Rolemodels für Ihre Analyse von "Postdemokratie“. Ist der unpolitische Technokrat jetzt das neue Modell?

Crouch: Es ist vielleicht eine Reaktion darauf. Berlusconi stieg in dem zerfallenden traditionellen Parteiensystem auf, dank seiner wirtschaftlichen Macht, dank


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