Arabischer Winter

Politik | Reportage: Franz Kössler / Kairo | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Fast zehn Monate nach dem Sturz Mubaraks bekriegen Revolutionäre und Militärs einander auf dem Tahrirplatz. Die Gewinner der anlaufenden Wahlen stehen indes schon fest: die islamistischen Muslimbrüder

Wieder ist der Platz die Bühne für das politische Drama Ägyptens. Seit Tagen strömen Zehntausende auf den Tahrirplatz, wie im Frühjahr, als von hier aus die Revolte gegen das Mubarak-Regime begann. Das Militär sprach damals das entscheidende Machtwort gegen den Diktator. Die junge Revolution und die Hoffnung auf Modernisierung und Demokratie glaubten gesiegt zu haben. Neun Monate später stehen Generäle und Demonstranten auf entgegengesetzten Seiten.

Wenn in den kommenden Wochen in undurchsichtigen Wahlen die Kräfteverhältnisse neu bestimmt werden, riskieren die jugendlichen Revolutionäre, von Generälen und Religiösen ins Abseits manövriert zu werden.

Es herrscht Jahrmarktsstimmung. Familien mit Kindern spazieren über den Platz, Frauen in Jeans, mit oder ohne Kopftuch. Jugendgruppen


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