"Jessie ist gelandet“

Politik | Bericht: Sibylle Hamann | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Krisenpflegefamilien sind jener Ort, an dem Kleinkinder kurzfristig unterkommen, wenn sie akut gefährdet sind. Der Staat verhöhnt sie für ihre Leistung

Das Schlimmste, sagt Ursula Baumgartl, war der Heroinentzug. Nein, nicht ihr eigener. Es ist auch kein schwieriger Teenager, von dem sie erzählt. Es ist die Geschichte von Mathias, drei Wochen alt. Er kam drogensüchtig auf die Welt. Den medikamentösen Entzug hatte das Baby im Spital schon geschafft. Aber die Schmerzen waren noch da. Mathias litt und schrie, brauchte 23 Stunden am Tag Körperkontakt, alle zwei Stunden ein Flascherl. "Wenn du die Nächte wippend auf einem Medizinball verbringst, ein kreischendes Baby im Arm, stößt du nach drei Wochen schon an deine Grenzen“, sagt Baumgartl.

Ursula Baumgartl ist Krisenmutter, eine von etwa 45 in Wien. Krisenpflegefamilien sind jener Ort, an dem Babys und Kleinkinder kurzfristig unterkommen, wenn sie akut gefährdet sind. Wenn die Polizei wegen Gewalt, Missbrauch oder Verwahrlosung hat


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