Unterm Westenthaler hätt’s des ned geben

Medien | Tv-Vorschau: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Nach der Bühnenpremiere im Rabenhof jetzt auch im ORF: die neue Polit-Satiresendung "Wir Staatskünstler“

Die neue ORF-Satiresendung "Wir Staatskünstler“, die diese Woche startet, ist ein ungewöhnliches Format. Es fängt schon damit an, dass es zwei Versionen gibt. Live, im Rabenhof, sieht man etwas anderes als im Fernsehen. Genauer gesagt: mehr. Gezeigt werden dort nämlich nicht nur zwei Folgen der TV-Sendung, sondern auch noch ein Prolog und ein Epilog, die exklusiv für das Theaterpublikum gespielt werden.

Unkonventionell ist auch das Konzept selbst: Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba logieren in einer fiktiven Villa, die von der Republik einst "Staatskünstlern“ wie Heller oder Jelinek zur Verfügung gestellt wurde. Das hat einerseits etwas Nostalgisches, bietet den Kabarettisten andererseits aber die Gelegenheit, auch die eigene Position als öffentlich-rechtliche Satiriker zu thematisieren.

Wie die Aktion "Gaugg den Meischi“ funktioniert (die Seher können Politiker aus ihren Positionen kaufen), wird sich zeigen; die Rubrik "Dokument der Woche“ aber lässt sich gut an. Insgesamt sind die Gags bei "Wir Staatskünstler“ beinahe so dicht getaktet wie bei Stermann & Grissemann und intelligent wie nirgends sonst im ORF.

Das letzte Wort haben in jeder Folge die SP-Jungpolitiker Niko Pelinka (grandios: Nicholas Ofczarek) und Laura Rudas (urarg: Claudia Kottal), die per Skype zugeschaltet werden. So lustig wurde im ORF zuletzt im Jahr 2000 interveniert, als Peter Westenthaler sich telefonisch in eine Diskussionssendung einmischte.

Wir Staatskünstler: 1.12., 23.35 Uhr, ORF1


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