“Wir wollen ein Haus“

Feuilleton | Bestandsaufnahme: Andreas Felber | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Die Wiener Jazzszene ist in den letzten Jahren teilweise erodiert. Unter den jungen Musikern herrscht dennoch Aufbruchstimmung

Wie schnell sich doch die Zeiten ändern. Im Mai 2004 wurde Joe Zawinuls Birdland im Souterrain des Hilton-Hotels mit großem Pomp eröffnet. Gemeinsam mit dem kurz darauf verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil feierte man da die Rückkehr des großen Sohns aus Erdberg, der 1959 ausgezogen war, um in den USA Karriere zu machen und an der Seite von Miles Davis sowie mit der Rock-Jazz-Formation Weather Report Musikgeschichte zu schreiben.

Das Birdland verstärkte damals die internationale Sogwirkung Wiens als lebendiges Jazz-Biotop: Das dichte Netz an Clubs wie Jazzland, Reigen und Porgy & Bess bescherte der Stadt ein im europäischen Vergleich exzeptionelles Konzertangebot. Für den Ruf Wiens als Jazzmetropole war auch der alljährlich im Dezember vergebene Hans-Koller-Preis verantwortlich. Durch den "European Jazz Award“ besaß der nach dem 2003 verstorbenen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige