Hier gibt es nichts zu lachen

Feuilleton | Doppelnachruf: Ernst Molden | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Die großen Dichter und Sänger Georg Kreisler und Ludwig Hirsch waren Genossen im Wahrhaftigen

Österreich hat im Inneren nur Platz für eine Sorte Stars: die Kasperln. Der Österreicher kennt und fordert sein Menschenrecht aufs Gelächter, er ehrt daher den Komiker, den Kabarettisten, den Kasperl halt. Dichter und Sänger werden hier keine Stars, dafür gibt es Frankreich und Italien. Dichter und Sänger kriegen in Österreich im besten Fall ein wenig Ansehen, damit ist es aber gut. Wollen sie Stars werden, müssen sie Kasperln sein. Das ist die Falle hier. Es ist ein strenges Land.

Auf Georg Kreislers Musik stieß ich in meinem Elternhaus, wo eigentlich nicht viel Musik existierte. Es gab Alben von Hildegard Knef, mit der mein Vater beruflich zu tun hatte, und ein paar Platten aus den goldenen Fifties der Wiener Kabarettszene. Deren hauptsächliche Protagonisten waren Qualtinger, Wehle, Bronner, aber wir hatten noch LPs von einem weiteren Herrn. Diese schüchterten mich zunächst maßlos


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