Buch der Stunde

Übung macht den Haneke!

Feuilleton | Michael Pekler | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Es geht um Verhältnisse. Denn auch "die Verhältnisse sind irgendwann einmal hergestellt worden, das erkennt man ja sofort. Hergestellt in der Traumfabrik, wie man früher sagte, die Schaum erzeugt. Beim Filmemacher, von dem die Rede ist, erstarrt dieser Schaum an der Luft. Der Schaum, der hält.“

Der Filmemacher, von dem hier die Rede ist, heißt Michael Haneke, und über ihn schreibt keine Geringere als Elfriede Jelinek. Mit der ihr eigenen Präzision erklärt sie im Vorwort die oft konstatierte Erstarrung in Hanekes Filmen, die nach wie vor mit Begriffen wie "Kälte“ oder "Distanz“ assoziiert wird. Diese Erstarrung, so Jelinek, hänge jedoch mit einer Gleichberechtigung von Gezeigtem und Betrachter zusammen: Erst der Zuschauer, der die Figuren nicht anders sehen könne, als Haneke sie zeige, würde seine Filme komplettieren.

Die Philologin Fatima Naqvi analysiert die Filme Hanekes auf dieses Spannungsverhältnis mit dem Zuschauer hin, indem sie auf formaler und inhaltlicher Ebene


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