Basics

Selbstgebackenes Magenbrot ist jeden Fertiggerichtes Tod!

Grundkurs Kochen (144)

Stadtleben | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Erst musste die Hausfrau sich im Schweiße ihres Angesichts abrackern. Dann kam die Zeit, als es schick war, Dosen aufzureißen, Gefrorenes aufzutauen oder heißes Wasser über Pulverisiertes zu gießen. Heute legt die Mutti von Welt wieder selbst Hand an. Ein bisschen zumindest, denn im Großen und Ganzen hat sie ja längst vergessen, wie das geht. Weshalb es Errungenschaften wie etwa Fertigteige gibt, die man bloß nach Wunsch formen und dekorieren muss, um hernach behaupten zu können, man hätte selbst gebacken. Schlimmstes Beispiel: der Fertiglebkuchenteig. Wir machen ihn selbst und zwar so: Ein Vierterl Milch mit 380 Gramm Dinkelmehl, 200 Gramm Honig plus 160 vom Rohrzucker, dazu weitere 160 feinst pulverisierte Walnüsse und - wen’s freut - auch Haselnuss in einer großen Schüssel vermischen. Darauf eine Prise Salz, einen gut gehäuften Kaffeelöffel voll Lebkuchengewürz, einen mit Vanillezucker, zwei mit Zimt, dann Kardamom, ein bissl Ingwer, etwas Kreuzkümmel, Nelken, Sternanis und einen Hauch von Chilischote. Zu guter Letzt Hirschhornsalz aus der Apotheke. Zwei kleine Eier hineinschlagen, zwei Esslöffel feines Öl hinzu und zwei mit Traubenzucker. Wenn alles gut vermischt ist, kommt noch ein Löffelchen mit Pottasche - auch aus der Apotheke - rein. Die Zutaten gut verkneten, im Kühlschrank übernachten lassen. Tags darauf nochmals zu einem schön geschmeidigen Teig kneten. Ihn formen, nach Wunsch belegen und bei 190 Grad Ober-/Unterhitze oder 170 Grad Heißluft goldfarben backen. bw


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