Prost!

Unausgegorenes schafft nur selten den Satz in die weite Welt

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Dr Pepper

Stadtleben | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Die Werbezeile trifft den Geschmack mit dem richtigen Schuss Ironie: "Can you handle the taste?“ Dr Pepper - das für europäische Gaumen schwer irritierende Getränk ist in den österreichischen Supermarktketten erhältlich. Bei manchen Geschmäckern weiß man sofort, dass sie keine Massenhysterie auslösen.

Es lässt eher vermuten, dass der Dr-Pepper-Export den amerikanischen Communitys im Ausland geschuldet ist, denn dieser Geschmack funktioniert nur durch frühkindliche Prägung. Es schaut aus wie Coca-Cola, schmeckt aber vollkommen anders: ein wenig nach Vanille und etwas nach Kirsche. Diese fruchtig-samtigen flavours tragen dazu bei, das sehr süße Getränk noch süßer wirken zu lassen, irgendwie unausgegoren. Dr Pepper wurde in etwa zeitgleich wie Coca-Cola im ausgehenden 19. Jahrhundert in Waco, Texas, erfunden und hat "bloß“ den Status eines kontinentalen Kultgetränks erlangt.

Da steht es nun, das Halbliter-Fläschlein, und weckt Erinnerungen an den US-amerikanischen Schüleraustausch. Beeindruckend waren diese unendlich anmutenden Supermarktgänge, in denen Getränkeabteilungen groß wie Basketballhallen die sogenannten soda-pops in allen nur erdenklichen Formen und Farben bereithielten. Ein Getränk, bei dem Name und Inhalt besonders weit auseinanderdrifteten, war das poetisch anmutende Mountain Dew: eine neongrüne Flüssigkeit, die sich durch ihren hohen Zucker- und Koffeingehalt auszeichnet. Skoal! fH


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