Der Kampf um den Kirchturm

Steiermark | Reportage: Donja Noormofidi | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Steirische Gemeinden sollen sich vereinigen. Doch viele Ortschefs wollen nicht. Zu Recht?

Franz Koch hätte kein Problem damit, sich selbst abzuschaffen. Dabei ist er gerne Bürgermeister der Kleingemeinde Garanas im weststeirischen Bezirk Deutschlandsberg, und das bereits seit über 25 Jahren. Seine Volkspartei stellt sämtliche Gemeinderäte.

Wer das Gemeindeamt sucht, muss erst sechs Kilometer hinauf auf die Koralm fahren. Die "Hauptstadt“ St. Anna, wie der Bürgermeister den Ortsteil, in dem das Gemeindeamt steht, liebevoll nennt, besteht aus einer Handvoll Häuser, rundherum Wald und Wiesen - St. Anna ist hübsch. Doch die Gemeinde kann die laufenden Ausgaben nicht mehr decken, pro Jahr fehlen 80.000 Euro. "So kann man nichts mehr gestalten. Wir müssen immer beim Land betteln“, sagt der Bürgermeister. Gründe seien die Teuerung, die gestiegenen Sozialausgaben und die Abwanderung. Kochs Ziel war es, die 300-Einwohner-Grenze in Garanas zu halten. Doch auf dem Berg gibt es kaum Betriebe,


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