Im Minenfeld großer Gefühle

Steiermark | Gedichtinterpretation: Tiz Schaffer | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Die Akademie Graz zeichnet diese Woche heimische Liebeslyriker aus. Muss man peinlich berührt sein?

Mein Käthchen fordert zum Lohne / Von mir ein Liebesgedicht. / Ich sage: Mein Käthchen verschone / Mich damit, ich kann das nicht“. Frank Wedekind wusste Anfang des letzten Jahrhunderts von seinen Nöten, die ihm die Liebeslyrik beschert, zu berichten. Doch viel früher bereits, zumindest seit der Antike, als Sappho der Aphrodite huldigte ("Göttin der Liebe! Empfange mein Blumengebinde“), versuchte der dichtende Mensch sich dem Eros in Versen zu nähern. Die Stürmer und Dränger öffneten hemmungslos die Klappen ihrer Herzen, die Romantiker überhöhten ihre teils todessehnsüchtige Gefühlspoesie gar ins Religiöse. Aber nach den Avantgardebewegungen des vergangenen Jahrhunderts, sollte der Dichter auf der Hut sein - vor dem Pathos.

Was hat nun heimische Dichter angetrieben, sich diesem Minenfeld zu nähern? In diesem Fall, man muss es sagen, war es nicht nur brennende Leidenschaft,


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