Tiere

Bitte kauf mich

Falters Zoo | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Jammern ist der Gruß des Kaufmanns“, weiß der konsumierende Zivilist. Was bedeutet es aber, wenn nach dem ersten Einkaufssamstag der Handel sogar zufrieden ist? Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, formuliert es ohne religiös-kultische Motive: "Weihnachten ist die wichtigste Zeit im Jahr.“ Jeder Wiener soll nach den heurigen Erwartungen der Kaufleute jeweils acht Geschenke um insgesamt 370 Euro kaufen. Und vier von zehn Haustierbesitzern wollen am 24. Dezember auch ihre Haustiere beschenken und bei dieser Zielgruppe ortet man noch brachliegende Kaufkraft. Da will ich gerne mit Ideen behilflich sein, denn in Österreich hinken wir leider im Bereich der Tier-Gadgets hinten nach.

Flush Puppies sind wasserlösliche Kunststoffsäckchen, mit denen der umweltbewusste Tierfreund die Häufchen von Hund und Katze aufsammeln und problemlos in der Toilette entsorgen kann. 60 Stück sind wohlfeil um 6,70 Euro erhältlich. Wer weiterdenkt, weiß aber, dass sich Erreger der Toxoplasmose und Salmonellen in den Ausscheidungen befinden können, die nicht ins Grundwasser gelangen sollten. Da kann Ash Poopie Abhilfe schaffen. Ein nicht ganz leicht wirkendes Gerät, das an einen fettleibigen Rasentrimmer erinnert, wird über die Würstchen gestellt, nimmt diese auf, verwirbelt und erhitzt sie und am Schluss bleibt angeblich nur mehr "100 Prozent sterile Asche“ auf dem Gehsteig zurück. Wie viele "dog droppings“ der 12-Volt-Akku bewältigt und ob man gern bei einem Spaziergang diese Panzerfaust mit sich führt, bleibt noch unklar.

Also was schenkt der wirklich nachhaltig denkende Mensch sich, seinen Lieblingen und seiner Umwelt? Das Bokashi Pet Cycle Fermenting System! Der Name irritiert vielleicht etwas, denn es werden natürlich nicht die Fahrräder von Haustieren, sondern nur die Ausscheidungen der Kuscheltiere kompostiert. Diese füllt man in einen Kübel, fügt Wasser und eine geheime Mixtur eines Fermentationsbeschleunigers sowie leckere Weizenkleie, Molasse und nicht näher genannte Mikroorganismen hinzu. Das wiederholt man so lange bis der Kübel voll ist. Dieser soll dann eine Woche ruhen, bevor er in ein Erdloch gekippt und mit einer Humusschichte bedeckt wird. Und - Hokuspokus - nach bereits 14 Tagen kann man beste Komposterde ernten und seine Zitronengrasbüsche damit düngen. Ein Ökospaß für die ganze Familie! Weil’s doch wahr ist: Shoppen macht happy!

Zeichnung: püribauer.com


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