Performance  Kritik

Stimmen vom Tahrir-Platz: Raum als Hauptdarsteller

Lexikon | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Das Theater ist in den Hintergrund gerutscht in der neuen Produktion von Claudia Bosses Theatercombinat. Im Mittelpunkt von "dominant powers. was also tun?“ steht das Raumkonzept: Ein ganzes Stockwerk einer alten Druckerei wird bespielt, mit Zimmern voller Papier, Videoinstallationen, Stimmen, beschrifteten Wänden und einer weiten Halle, die im Nebel zu verschwinden droht. Auf alten Kapsch-Telefonen kann man Interviews, die in Ägypten geführt wurden, anhören. Das alles ist schön gemacht und durchaus sehenswert, vermittelt ein Gefühl von Umbruch und Revolution. Übrig bleibt aber die Frage, warum diese lebende Installation, in der sich der Zuseher eigenständig bewegt, mit drei Schauspielerinnen und einem Chor in ein Theaterkorsett gezwängt werden musste. SS

DOWPOWpalace, Fr, Sa, So 20.00


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