Simon Windisch inszeniert "Nichts“ im Theater am Ortweinplatz

Steiermark | Lukas Steiner | aus FALTER 48/11 vom 30.11.2011

Nichts bedeutet etwas, deswegen sollte man gleich anfangen, auch nichts zu tun!“, spricht der Schüler Pier-Anton (sehr überzeugend: David Valentek) und begibt sich auf seinen Pflaumenbaum. Er versetzt damit Agnes (herausragend: Constanze Winkler) und ihre Klassenkameraden in einen Ausnahmezustand. Um das Gegenteil zu beweisen, machen sie sich daran, einen Berg aus Bedeutung zu sammeln, dargestellt als ein exorbitanter Haufen von Stofftieren, in welchem - symbolisch repräsentiert - unter anderem die Unschuld und die Religion Platz finden.

Schon die grandiose Bühne macht klar, auf welche Art Regisseur Simon Windisch den teils doch sehr heftigen Bestseller "Nichts. Was im Leben wichtig ist“ der dänischen Autorin Janne Teller inszenieren will. Dass es sich bei den Darstellern nicht um professionelle Schauspieler handelt, fällt kaum auf. Bemerkenswert leicht fällt es den jungen Künstlern, sich auf jede Art der Darstellung einzulassen. Sowohl bei düsteren Szenen am Friedhof als auch bei lauten, mit Musik untermalten Teilen wirkt nichts unauthentisch.

Sehr gelungen ist auch das sozialkritische Ende, in dem sowohl Kapitalismus und Medienmacht als auch Sinnlosigkeit und Sinnsuche eine Rolle spielen. Alles in allem ist "Nichts“ eine sehr zu empfehlende Vorstellung, für die sowohl auf als auch hinter der Bühne hervorragend gearbeitet wurde.

Theater am Ortweinplatz, Mo, Mi 12.00, Di 19.00.

Dieser Text entstand im Rahmen des TaO-Projekts "Kritikerklasse“ mit Schülern der Klasse 5a am BG/BRG Kirchengasse.


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