Das Volk hat ausgevolkt

Politik | Gespräch: Wolfgang Zwander | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Der renommierte Politologe Ivan Krastev, Experte für die Entwicklung der Demokratie, über die Unregierbarkeit der EU, das Misstrauen der Wähler und die Macht der Finanzmärkte

Ivan Krastev, einer der renommiertesten Demokratieforscher Europas, sitzt in der Bibliothek des Wiener Instituts für die Wissenschaften vom Menschen. Seine ruhige, freundliche Stimme will nicht so recht zum düsteren Thema des Gesprächs passen. Es handelt von der europäischen Demokratie, die laut Krastev von einer schweren essenziellen Krise bedroht wird.

Falter: Wovon wird die Demokratie in Europa am stärksten bedroht?

Ivan Krastev: Es ist ein Problem mit zwei Gesichtern: Auf der einen Seite stehen demokratisch gewählte Regierungen, die klagen, es sei nicht mehr möglich zu regieren. Auf der anderen Seite haben wir Wähler, die sich darüber beschweren, dass den Regierungen nicht mehr zu trauen sei. Es ist paradox: Die Menschen können sich heute an politischen Prozessen stärker beteiligen als je zuvor, gleichzeitig


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