"Zurückgeschickt, um zu sterben“

Politik | Bericht: Joseph Gepp | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Österreichs Asylbehörde schiebt HIV-positive Asylwerber ab - trotz laufender Aids-Therapie

Es war im Jahr 2003, als Moses Jeffah* die "böse Überraschung“ erfuhr, wie er sagt. Wochenlang habe er sich erkältet gefühlt. Dann sagte ihm ein Arzt, dass er HIV-positiv sei.

Jeffah, 51, teilt damit das Schicksal von sieben Prozent der Kenianer. Zur Zeit der Diagnose hielt er sich erst ein paar Monate in Österreich auf. In seiner Heimatstadt Nakuru sei er zuvor in einen Stammeskonflikt geraten, erzählt er. Das Asylamt glaubt ihm das nicht. Nach acht Jahren voller Bescheiden und Berufungen soll Jeffah nach Kenia abgeschoben werden. Doch dort droht inzwischen eine noch größere Gefahr als die angeblichen Stammeskrieger.

Jeden Tag schluckt Jeffah eine Kombination aus Tabletten. Alle drei Monate muss er zur Untersuchung. Eine ausgefeilte Therapie ermöglicht ihm ein einigermaßen stabiles Leben.

In Kenia ließe sie sich laut Experten nicht fortsetzen. Jeffahs Arzt vom Otto-Wagner-Spital warnt


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