Technik  Dinge, die uns brauchen

Neues Werkzeug für die dilettantischen Kreativen

Medien | Prüfbericht: Thomas VaŠek | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Jeder ein Künstler, so lautet die schöne Idee hinter "Mixel“, der "weltweit ersten sozialen Kunstanwendung für das iPad“. Entwickelt hat sie Khoi Vinh, früher Digital Design Director der New York Times. Mit der kostenlosen App kann man aus vorhandenem Bildmaterial digitale Collagen kreieren. Die Bilder lassen sich zerschreddern, rotieren und mit anderen remixen; es funktioniert mit selbst geknipsten Fotos wie auch mit Webmaterial oder der Mixel-Sammlung. Die App dokumentiert dabei die Entstehung des Werks und gibt auf Wunsch die einzelnen Schritte wieder. Das macht schon für sich allein Spaß. Der eigentliche Witz von Mixel ist aber die Verbindung mit Facebook.

Sobald der Nutzer seine Mixels hochgeladen hat, können andere Mixel-Nutzer sie weiterverwenden oder einzelne Komponenten neu kombinieren. Im sozialen Raum entwickeln sich die Kunstwerke immer weiter.

"Viele Kunst-Apps übersetzen die analoge Kunsterfahrung in digitale Form und hören dabei auf“, sagt Designer Vinh, "sie übersehen die transformative Kraft des sozialen Graphen, die eine scheinbare Expertentätigkeit wie Kunst in etwas Alltägliches und Zugängliches verwandelt, das sogar süchtig machen kann.“

So kann man es auch ausdrücken. Mixel macht Spaß, weil man Künstler spielen kann. Und vielleicht kommt dabei sogar die eine oder andere originelle Weihnachtskarte heraus. F

Thomas VaŠek ist Journalist und Buchautor in München


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