Vom Poseur zum Parvenü: Philosoph Herbert Lachmayer über Gerald Matt und die Salons des roten Kulturadels

Feuilleton | Herbert Lachmayer | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Gerald Matt sei "unhaltbar“ - diesem grünen Unkenruf ist Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) mit auffälligem Widerwillen gefolgt und hat seinen Kunsthallen-Direktor in eine Auszeit geschickt.

Dessen auf sichtbare Verschwendung hin glamourös inszenierte Selbstdarstellung entsprach programmatisch der kulturpolitischen Zielsetzung der Rathaus-Sozialisten: Mit einer personifizierten "Managerparodie“ sollte karriereverliebten Lifestyleparvenüs ein Eintänzer für "demonstrativen Kulturkonsum“ geboten werden.

Dem mausgrauen Gewerkschaftscharme einer am Turbokapitalismus verblassten "Parteivision“ sollte ein zeitgeistiges Make-up verpasst werden: "Auch wir sind sexy, fancy, camp - schauts her.“ Gerald Matt war in der Lage, diese Rolle überoptimal zu erfüllen - als hingebungsvoller Assistent von Ursula Pasterk, die als Kulturstadträtin (1987-1996) mit politischer Verve Wien ein urbanes Profil gab, vorher bereits als Festwochen-Leiterin. Wer kannte ihn damals nicht, den


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige