Bekenntnisse eines Bastards

Feuilleton | Porträt: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Ein Pionier des deutschen Regietheaters hat seine Memoiren geschrieben: ein Besuch bei Hans Neuenfels

Der Bastard verspätet sich. Hans Neuenfels hatte gestern eine Lesung in Stuttgart, sein Flugzeug ist nicht pünktlich. Der Besucher wird von Elisabeth Trissenaar herzlich empfangen. Die Wiener Schauspielerin, mit der Neuenfels seit fast 50 Jahren zusammen ist, kocht Tee und stellt Kekse auf den Tisch.

In der schönen, großen Westberliner Altbauwohnung wohnen Trissenaar und Neuenfels seit 30 Jahren. Im Vorzimmer hängen Zeugnisse ihrer größten Erfolge. Die Wände sind voll mit Plakaten zu Filmen mit Trissenaar und Theater- und Operninszenierungen von Neuenfels.

Der 70-jährige Regisseur ist eine legendäre Figur. Immer, wenn das Schlagwort "deutsches Regietheater der 70er-Jahre“ fällt, ist damit auch Neuenfels gemeint. Von vielen Kollegen unterscheidet er sich schon dadurch, dass sein Horizont über das Theater hinausreicht. Bevor er sich am Reinhardt-Seminar bewarb, lernte der 20-jährige


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