Buch der Stunde

Mitzocker, Schattenbanken und der Euro

Feuilleton | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Das Gespenst hat mittlerweile allzu bekannte Namen: "Schattenbanken“ oder collaterized debt obligations, interest swaps. Die Öffentlichkeit staunt, wieso niemand Alarm schlug, als der Finanzmarkt seit den späten 90er-Jahren dereguliert wurde und bald die heute berüchtigten Briefkastenfirmen zugelassen und Landesbanken durch staatliche Garantien förmlich zum Mitzocken eingeladen wurden. Jüngste Episode: Die Blaupause zum Plan, wie sich "private Gläubiger“ - gemeint sind damit mächtige Finanzdienstleister und Banken - an den Kosten der Finanzkrise beteiligen sollen, kam von der Deutschen Bank. Und diese hatte einen großen Teil der schlechten Anleihen, mit denen sie sich verzockt hatte, längst an die EZB, also an den Steuerzahler, abgegeben.

Heute sind es liberale Wirtschaftsfachleute und Börsenprofis wie Dirk Müller ("Mr. Dax“), die die Rolle der Linken von ehedem einnehmen und ähnlich wie der heute in Graz lehrende Ökonom und Fondsmanager Max Otte ihr Insiderwissen und


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