Ohren auf  Sammelkritik: Folksy Ladies mit öden Namen und schönen Songs

Sometimes she’s happy, sometimes she’s sad

Feuilleton | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Als Sängerin sollte man heute eher nicht Linda Thompson heißen, sondern sich mysteriöse Namen wie Florence And The Machine oder Joan as Police Woman zulegen, zumindest aber Buchstaben im Namen führen, die beim Scrabble viele Punkte bringen. Zaz oder Lykke Li geht also gut.

Was aber, wenn man einen Allerweltsnamen wie Gillian Welch trägt? Nun, die gebürtige New Yorkerin ist schon länger im Geschäft, weiß also, "wie das Maisbrot bröselt“ - um eine Zeile aus ihrem fünften, soeben für einen Grammy ("Best Folk Album“) nominierten Album "The Harrow & The Harvest“ (Warner) zu zitieren. Der Song heißt "The Way the Whole Thing Ends“, andere tragen Titel wie "The Way It Will Be“ oder "The Way It Goes“. Ein illusionsloses fatalistisches Phlegma imprägniert dieses sparsamst instrumentierte, nur mit Stimmen und Banjo bzw. Gitarre (David Rawlings) besetzte Album, das im Tempo eines Pferdes voranschreitet, auf dem sich auch ein schwer Betrunkener im Sattel halten kann. Tieftraurig


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