Stadtrand Urbanismuskolumne

Frauen und Kinder zuerst!

Stadtleben | Birgit Wittstock | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

An einem feuchtkalten Dezembermorgen an einer Kreuzung der Schönbrunner Straße: Hier stehen die Autos entweder zweispurig im Stau oder sie glühen die Straße entlang, sodass man im Geiste brüllen müsste, um die eigenen Gedanken zu verstehen, oder aber es kommt - je nach Ampelphase - einmal länger nichts und dann wieder eine Wand Autos auf einen zu. Es war gerade Wandphase und in etwa 15 Meter Entfernung brauste die nächste Ladung an. Die Fußgängerampel stand auf Rot, ein Bursche lief trotzdem schnellen Schrittes über die Straße. Sich ein Beispiel nehmend folgte ihm recht gemächlich eine junge Frau - im Kinderwagen ein schlafendes Baby vor sich herschiebend. Mit der Gelassenheit einer Weltmachtspräsidentin, Todgeweihten oder Erleuchteten. À la: "Ich bin Mutter, ergo hat man für mich zu bremsen!“ Hupen hupten, Reifen quietschten. Die Frau ging eisern weiter. Am gegenüberliegenden Gehsteig angelangt, zeigte sie einem schimpfenden Autofahrer den Finger. "Heast Oida, siehst du nicht, dass ich ein Kind dabei hab?!“, fauchte sie ihn an. F


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