Wer ist nun Erster?

Ein Grindcafé mutiert zum radikal-schlichten Beisl mit undefinierter Küche


Lokalkritik: Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Könnte sein, dass Ihnen vorkommt, hier viel von Lokalen im erweiterten Freihausviertel zu lesen. Stimmt auch, Le Pichet, Taste of India und ML Vino liegen allesamt im Umkreis von 100 Metern, jetzt kommt noch ein viertes dazu. Warum das so ist? Schwer zu sagen, gastronomisch aktiver präsentiert sich derzeit jedenfalls kein anderes Grätzel.

Könnte auch sein, dass Sie vorige Woche schon bei Kollegin Kaltenbrunner über das Zweitbester gelesen haben, was ich als Dienstälterer aber geflissentlich ignoriere und das Beisl somit vom distanzierten Standpunkt des anonymen Beislkorrespondenten vorstellen darf: Vorher war da das Café Nostalgie, aber da war nie wer drin, es war einfach zu arg, der ironische Mut, trotzdem reinzugehen, immer zu gering.

Ob Florian Egger, Sohn einer Tiroler Gastronomen- und Hoteliersfamilie, und Künstler Vladimir Petkovic jemals drin waren, ist unbekannt, jedenfalls übernahmen sie es vor vier Monaten, schälten das Espresso bis auf die Ziegelmauern und den Estrich

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