Macht die Stadt spannend

Special | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Die Institution KÖR, Kunst im öffentlichen Raum, hat einenAuftrag für KünstlerInnen: durch kluge Interventionen in scheinbar Gewohntem die Geschichte und Abgründe der Stadt in den Blick bringen

Kunst in der Stadt nehmen wir, wenn überhaupt, vor allem als Denkmäler des 19. Jahrhunderts wahr. Und vielleicht noch als jene Statuen, die alte Bauwerke schmücken. Dabei kann uns Kunst im öffentlichen Raum die scheinbar so vertraute Stadt mit einem Mal spannend und neu erscheinen lassen. Genau das hat sich die Institution KÖR zur Aufgabe gemacht, und zwar mit zeitgenössischer Kunst.

Wie die jüngsten Beispiele von KÖR zeigen, werden KünstlerInnen und KuratorInnen immer sensibler bei ihren Interventionen im öffentlichen Raum. Der ist ja an sich heikel und von viel kommerzieller Werbung vollgestellt. Diese noch um "Werbeinstallationen“ einzelner KünstlerInnen zu ergänzen, kann nicht Ziel von KÖR sein - und ist es auch, wie die geförderten Kunstwerke zeigen, ganz deutlich nicht.

Selbst wenn ein Werk wie die Skulptur des US-amerikanischen Künstlers Paul McCarthy am Karlsplatz auf den ersten Blick bloß wie eine Plastik aussieht, steht sie nicht einfach nur herum, sondern nimmt Bezug auf ein bestehendes Werk im Teich vor der Karlskirche.

Und jene klugen Denkmäler, die an die Frauenstaatssekretärin und Feministin Johanna Dohnal erinnern, wird niemand mit herkömmlichen Monumenten verwechseln: Es sind Birken, die in Wiener Parks gepflanzt wurden - dort, wo so manche Statue eines berühmten Mannes steht. So macht Kunst im öffentlichen Raum wirklich Sinn.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige