Jenseits von Josefstadt und Burg

Special | Thomas Askan Vierich | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Auf dem Weg zu einem eigenständigen postmigrantischen Theater in Wien engagieren sich vor allem auch Frauen wie Asli Kislal oder Shermin Langhoff, ab 2014 im Leitungsteam der Wiener Festwochen

Wann wird eine Emine A. als Gretchen auf der Bühne des Burgtheaters stehen? Oder ein Dragan B. als Romeo in der Josefstadt? "Nicht in fünfzig Jahren“, sagt Ali M. Abdullah, der künstlerische Co-Leiter von Garage X. Eine Studie zu "Perspektiven der Kunst- und Kulturpolitik in Wien bis 2015 mit besonderem Fokus auf Migrationsrealität“ bestätigt ihn: Sie kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass in Österreich Personen mit Migrationshintergrund "deutlich weniger Zugang zu Ressourcen haben, die für das Kunst- und Kulturschaffen von Relevanz sind“. Die Begründung: In Österreich werde anders als in vielen anderen EU-Staaten im öffentlichen und privaten Diskurs immer noch negiert, dass wir ein Einwanderungsland sind. Dabei ist fast jeder fünfte Österreicher nicht in Österreich geboren.


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