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Die "Rising Stars“ sind längst flügge

Lexikon | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

An zwei aufeinanderfolgenden Abenden spielen junge Stars der Klaviermusik in den Kammermusiksälen der beiden Wiener Konzerttempel. Der eine wird 20 Jahre alt, die andere ist 24. Kit Armstrong, US-Amerikaner taiwanesischer Abstammung, und Khatia Buniatishvili, die im georgischen Tiflis aufwuchs, werden bei ihren Recitals auch Werke von Franz Liszt bieten. Armstrong wird im Mozart-Saal zeigen, dass er ein genialer Bach-Interpret ist. Und wie? Indem er mit zwei Bach-Bearbeitungen für Klavier von Liszt beginnen wird, dann mit einer Auswahl aus dem "Wohltemperierten Klavier“ fortsetzt und auch die Eigenkomposition "Variationen über B-A-C-H“ vorführt. Nach drei Liszt-Konzertetüden gibt es dann noch die Bach’sche "Chromatische Fantasie“ samt Fuge. Ein Lehrer von Armstrong war in London übrigens Alfred Brendel, der ihn als "die ungewöhnlichste musikalische Begabung“ titulierte.

Im gemeinsamen Zyklus von Konzerthaus und Musikverein folgt im Brahms-Saal tags darauf die heute in Paris lebende Khatia Buniatishvili. Sie wurde von beiden Häusern für den europäischen "Rising Stars“-Zyklus nominiert, nicht zuletzt, weil Oleg Maisenberg sie nach Wien an die Musik-Uni holte. Schon in dessen Klassenabenden "stürmte Buniatishvili geradewegs durch die Werke, am zwingendsten bei Liszt“, schrieb Wolfgang Schaufler in der Monatszeitung des Musikvereins. In ihrem bereits ausverkauften Konzert bietet sie dessen Sonate in h-Moll, die die drei Charaktere Faust, Gretchen und Mephisto vorstellt und den Mephisto-Walzer "Tanz in der Dorfschenke“. Dann Scherzi von Chopin (mit 15 Jahren unterrichtete sie noch in Georgien ein "Chopinist“ aus der Alfred-Cortot-Schule), abschließend tanzt sie drei Sätze aus "Petruschka“ von Igor Strawinsky. Hr

Konzerthaus, So 19.30; Musikverein, Mo 19.30


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