Neu im Kino

Schwarzweißmalerei: "The Help“

Lexikon | aus FALTER 49/11 vom 07.12.2011

Die jüngste Presseaussendung des Verleihs bestand aus Rezepten aus der "exotischen und köstlichen Südstaatenküche“, mithin für Gumbo-Eintopf, Maisbrot, Brathühnchen. Das waren nämlich, wie man in "The Help“ zu sehen bekommt, jene Gerichte, die schwarze Frauen als Hausangestellte für reiche Weiße in den 60er-Jahren in Mississippi kochten. Vielleicht sind diese Kochvorschläge aber nur das Sahnehäubchen Zynismus, das sich im Marketing für diesen mehr als fragwürdigen Film niederschlägt. Erzählt wird, basierend auf dem Bestseller von Kathryn Stockett, vom zaghaften, aber lokal wirkungsvollen Auflehnen gegen Rassenhass und Unterdrückung. Allerdings nicht aus der Perspektive der betroffenen und gedemütigten Frauen, sondern aus jener der unangepassten Skeeter (Emma Stone), einer rotschopfigen Südstaatenschönheit, die die Berichte in Buchform bringt - und einen anonymen Bestseller landet. Das ist, bei aller Ambitioniertheit, das Problem, dem sich Regisseur und Autor Tate Tayler nicht stellen wollte: dass er sich - und das ist nicht zynisch gemeint - einer höchst unangepassten Schwarzweißmalerei bedient, mit der uns nun seine Marketingabteilung einzukochen versucht. MP

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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