Meinesgleichen

Für den Fall, dass Peter Pilz kurz nachdenken möchte

Falter & Meinung | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Peter Pilz ist nicht nur grüner Politiker der ersten Stunde, er ist auch Journalist, hat als solcher angefangen und betreibt sein politisches Geschäft mit der Expertise des Aufdeckers. Seit dem Fall Lucona publiziert er auch gern im Falter (im Fall des von Udo Proksch versenkten Frachters Lucona schrieb er für uns eine ganze Serie). Florian Klenk, stellvertretender Chefredakteur dieses Blattes und einer der erfolgreichsten Enthüllungsjournalisten im Land, schrieb im Falter vergangener Woche eine Geschichte über den Fall Kampusch. Klenk verteidigt die Staatsanwaltschaft, die von verschiedenen Politikern, darunter auch Pilz, des Amtsmissbrauchs bezichtigt wurde, indem er einen Vorwurf nach dem anderen untersucht und entkräftet.

Klenk verwendet einmal das Wort "eine Gruppe von Politikern“, nie aber stellt er einen politischen Zusammenhang zwischen FPÖ und Pilz her. Peter Pilz reagierte mit einem Pamphlet, das vor Unterstellungen nur so strotzt und den Titel "Der Fall, Klenk‘“ trägt. Klenk führe "eine Kampagne“ für Staatsanwälte, begebe sich "freiwillig in diese Gesellschaft“, und überhaupt habe er der Staatsanwaltschaft schon gegen die Tierschützer "journalistischen Feuerschutz“ gewährt. Mal halblang, Doktor Pilz! Klenk hat sich, wie immer, nur gestattet, die Fakten zu prüfen. Das führt mitunter dazu, dass eine vermutete Schuld sich als Unschuld herausstellt oder umgekehrt. Mit Packelei und Feuerschutz hat das nichts zu tun. Man nennt es Journalismus.

Quellen


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