Kommentar Asyl

In Asylwerberaktien investieren. Warum denn eigentlich nicht?


Nina Horaczek
Falter & Meinung | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Wie das schon klingt: Eine gewinnorientierte Aktiengesellschaft wird sich, sollte das Innenministerium seine Meinung nicht noch ändern, bald um das Wohlergehen der Asylwerber in unserem Land sorgen. Und das ausgerechnet in Zeiten einer durch Casinokapitalismus ausgelösten Weltwirtschaftskrise.

Dass der Schweizer Konzern mit dem sperrigen Namen Organisation für Regie und Spezialaufträge (ORS) den Zuschlag für die Unterbringung und Betreuung von Asylwerbern in den vier Erstaufnahmezentren Traiskirchen, Thalheim, Bad Kreuzen und Reichenau erhalten hat, ergibt nicht unbedingt die beste Optik. Die ORS, 1977 in Lausanne gegründet, setzte im Jahr 2010 laut Schweizer Wirtschaftsauskunftsdienst Teledata 55 Millionen Franken, fast 44,5 Millionen Euro, um.

Nach Österreich zog es das Unternehmen, das in der Schweiz täglich etwa 4000 Asylwerber betreut, wohl ebenfalls in erster Linie, um Geld zu verdienen. Derzeit stehen die Chancen dafür gut: Asylwerber haben wieder Konjunktur, nicht zuletzt

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