"Das ist eine Entmündigung des Lehrers“

Politik | Interview: Ingrid Brodnig | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Die neue Zentralmatura schafft nicht mehr Fairness, aber mehr Bürokratie, kritisiert Autor Ludwig Laher

Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor.“ Mit diesem Zitat aus Goethes "Faus“ könnte man die Kritik der Autoren zusammenfassen. Sie sehen in der geplanten Zentralmatura keine Verbesserung. Im Gegenteil: Sie befürchten, dass die Literatur aus dem Deutschunterricht verschwindet; dass Sprache nur noch als praktikables Handwerk, nicht als literarische Ausdrucksform verstanden wird, dass die größte Schwachstelle der Reifeprüfung weiterbesteht - nämlich dass die Beurteilung weiterhin ungerecht bleibt.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hält trotz Kritik an ihrem Fahrplan fest: Ab dem Schuljahr 2013/2014 will sie die Zentralmatura einführen. Der schriftliche Teil findet künftig in ganz Österreich am selben Tag statt, alle Schüler bekommen dieselben Fragen. Die Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren hat sich dagegen ausgesprochen.


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