Gelesen Bücher, kurz besprochen

Erfolgreich wie Kruppstahl

Politik | Stefan Hayden | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Ein Vierteljahrhundert lang schrieb Friedrich Krupp mit seinem gleichnamigen Unternehmen, das jüngst seinen 200. Geburtstag feierte, nur rote Zahlen. Dennoch sollte aus dem Handel mit Porzellan, Zucker und Gewürzen zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein globaler Konzern werden, der heute 45 Milliarden Euro jährlich umsetzt.

Der Historiker Harold James lässt in seiner Arbeit keinen Zweifel daran, dass eine derartige Unternehmensgeschichte heute nicht mehr möglich wäre. Charakteristisch für Krupp sei schon immer ein sehr enges Verhältnis zum Staat gewesen, so James, der als Professor an der Princeton University lehrt und sich in einer seiner letzten Buchveröffentlichungen mit der Deutschen Bank im "Dritten Reich“ beschäftigt hat. Dem Autor liegt weniger daran, einzelne Thesen umfangreich zu diskutieren, sondern vielmehr die gesamte Zeitspanne seit der Gründung des Krupp-Konzerns im Jahr 1811 abzubilden. James verrennt sich dabei nicht in Details, was das Buch angenehm zu lesen macht. Spannend bleibt die Lektüre vor allem, weil sie die Verquickung zwischen wirtschaftlicher und politischer Macht thematisiert. Der aufwendig gestaltete Band liefert so nicht nur die Geschichte einer Firma, sondern eines ganzen Landes.

Harold James: Krupp. Deutsche Legende und globales Unternehmen. Beck, 344 S., € 19,95


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