Wieder gelesen Bücher, entstaubt

Beim Aufstand sitzen

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Der ägyptische Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus hätte vergangenen Sonntag seinen 100. Geburtstag gefeiert. Der 2006 in Kairo verstorbene Literat gilt den Ägyptern bis heute als schreibender Gigant, der trotz oder gerade wegen der tristen Gegenwart den Stolz einer jahrtausendealten Kulturnation verkörpert.

In seinem 1945 erschienenen Werk "Das junge Kairo“ beschrieb Machfus das korrupte Ägypten, in dem man durch eigene Leistung gar nichts, durch verwandtschaftliche Bande aber alles erreichen kann. "Vergessen Sie Ihre Qualifikationen und vergeuden Sie kein Geld mit Bewerbungen“, wird dem Studenten Machgub, dem Protagonisten des Buches, geraten. Wenn man wirklich verstehen will, warum die ägyptische Jugend den Pharao Mubarak aus dem Amt gejagt hat, muss man zu diesem Buch greifen. Würde Machfus noch leben, er würde auf der Seite der Aufständischen stehen.

Nagib Machfus: Das junge Kairo. Unionsverlag, 2011, 253 S., € 20,50


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige