Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Bedirhan muss draußen spielen. Sein Rollstuhl ist zu schmutzig

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Bedirhan ist vier. Aber er kann sich nicht selbstständig fortbewegen, nicht reden, nächtens benötigt er eine Beatmungsmaschine. Seine Eltern tun alles, um ihm ein glückliches, "normales“ Leben zu ermöglichen.

Vor kurzem fuhr die Familie zum Indoorspielplatz Sever Saal der Kinderfreunde in Ottakring. Auch im Winter, wenn die Spielplätze vereist sind, soll Bedirhan mit anderen Kindern Kontakt haben. Nach Bezahlen des Eintritts war der Spaß vorbei. Bedirhan durfte mit seinem Rolli nicht auf den Spielplatz. Die Mutter müsse den Buben tragen, hieß es. "Ein Rollstuhl ist ein Hygieneproblem“, erklärt Roman Kostrouch, pädagogischer Leiter des Spielplatzes, "so wie Straßenschuhe.“ "Wie soll sich mein Kind entwickeln, wenn es mit nichtbehinderten nicht in Kontakt kommen darf?“, fragt sich Bedirhans Mutter Sevda Akdas. Die Kinderfreunde ziehen nun Konsequenzen. Sie kaufen spezielle Kufen, mit denen Rolli-Fahrer künftig auf den Spielplatz dürfen.


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