Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Alexander Van der Bellen: "Fremdenrecht ist forschungsfeindlich“

Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Wien verliert kluge Köpfe. Jedes Jahr wandern 5000 gut ausgebildete Wissenschaftler mehr aus als in die Stadt ein. "Die Abwanderung hochqualifizierter Leute ist nicht das Problem, sondern die Zuwanderung“, sagt Alexander Van der Bellen, der seit einem Jahr der Forschungsbeauftragte der Stadt ist und nun einen Bericht über Wien als Wissensmetropole verfasst hat. Demnach schade das strenge Fremdenrecht den Universitäten. "Wenn ich einen Professor aus der Ukraine kurzfristig zu einem Workshop einladen will, dann habe ich ein riesiges Problem“, meint Van der Bellen und nennt das Fremdenrecht "forschungsfeindlich und arbeitsmarktfeindlich“.

Um Härtefälle zu entschärfen, setzt Van der Bellen nun auf eine bessere Koordination zwischen Unis und die für das Fremdenwesen zuständige MA 35. Künftig soll es etwa Schnellverfahren für ausländische Studierende geben. Wie wichtig dies ist, zeigt das renommierte Wellesley College. Die amerikanische Eliteuniversität, an der schon US-Außenministerin Hillary Clinton studierte, kündigte kurzerhand ihr Austauschabkommen mit der Uni Wien, nachdem eine amerikanische Studentin Schwierigkeiten mit ihrem Visum bekommen hatte.


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