Genie, Schelm und Scharlatan


Porträt: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

In Wien verblasst das Werk des Architekten Hans Hollein. Graz feiert ihn als großen Künstler

Seit 1942 hat Hans Hollein eine gute Aussicht. Seit damals wohnt der 1934 geborene Wiener Architekt nämlich in der Prinz-Eugen-Straße, gleich neben dem Belvedere. Und hat so alles im Blick, was man in Wien über Architektur wissen muss.

Das von Johann Lucas von Hildebrandt (1668-1745) geplante Belvedere lehrte ihn, dass sich unter der barocken Dekoration eine Schachtelkonstruktion verbirgt, die einem oberösterreichischen Vierkanthof nicht unähnlich ist. Zweckenthobene Zeichenhaftigkeit und konstruktive Funktionalität lassen sich demnach vereinbaren.

Der kleine Hans sah den Teich vor dem Schloss verschwinden. Bagger gruben tief in die Erde hinunter, um dort den Bunker für eine geheime Militärzentrale zu errichten. Hollein wird das Interesse für Gräber, Schatzkammern und Katakomben, für die magische und unheimliche Bedeutung von Räumen nie verlieren.

Und dann gibt es da noch den "Canaletto-Blick“,

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