Die Grazer Hollein-Schau: vom Denkmal für Jochen Rindt bis zum Wolkenkratzer in Lima

Feuilleton | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Als Hans Hollein 1995 im Historischen Museum der Stadt Wien, dem heutigen Wien Museum, eine Ausstellung der bis dahin gebauten Projekte zeigte, wurde das von manchen als Drohung empfunden. Es wird, lasen seine Kritiker zwischen den Zeilen, noch viel mehr Hollein werden.

In angenehmer Distanz zu den lokalen Familienbeziehungen feiert die Neue Galerie Graz Hollein als Universalkünstler, der sowohl Sonnenbrillen als auch Wolkenkratzer gestaltete. Die von Peter Weibel und Günther Holler-Schuster kuratierte Schau ist eine überfällige Würdigung, die von den Wiener Museen versäumt wurde.

In Graz war Hollein im Rahmen der Trigon-Biennalen der 60er- und 70er-Jahre zu Gast, im Rahmen des steirischen herbstes 1970 vergrub er im Park von Schloss Eggenberg einen Rennwagen. Das "Grabmal des Rennfahrers“ war dem kurz davor verunglückten, aus Graz stammenden Rennfahrer Jochen Rindt gewidmet.

Nun steht ein vergoldeter, mit Hörnern bestückter Eisenbahntankwaggon vor der frisch renovierten Neuen Galerie.


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