Heart of Darkness

Feuilleton | Filmkritik: Joachim Schätz | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Ulrich Köhlers "Schlafkrankheit“: ein Film über das Fremdsein in Afrika

Eine Straßensperre bei Nacht, ein Auto wird angehalten, eine Verhandlung beginnt: Die Tochter, eben mit dem Flugzeug in Kamerun angekommen, hat ihren Pass nicht dabei. Der Vater, seit Jahren als Arzt der Entwicklungshilfe im Land stationiert, kennt die Spielregeln. Er ist pragmatisch genug, um eine Geldspende zu erwägen, zieht aber auch klare Grenzen.

Als einer der Polizisten mitfahren will, muss dieser erst die Uniform ausziehen, um die politische Neutralität des Hilfsprogramms zu wahren. Der Verdacht, der energische Vater könnte nicht ganz im Lot sein, beschleicht einen kurz darauf, als er die Pistole des Polizisten an die eigene Schläfe setzt und abzudrücken droht. Er will sichergehen, dass sie nicht geladen ist.

Der 41-jährige Ulrich Köhler wird gern zu den Stillen und Sperrigen des deutschen Autorenkinos gezählt, aber eine viel kompaktere Exposition als diese erste Szene aus "Schlafkrankheit“ wird man


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