All I Need Is Love

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Über die Kunstfigur Klaus Kinski, die Klaus Günter Karl Nakszynski (1926-1991) ab den frühen 50ern aus sich geformt hat, scheint längst alles gesagt. Kinskis Nachlassverwalter Peter Geyer hat in den Archiven aber noch eine Fülle wenig bekannter Fakten, nicht realisierter Projekte und ungesehener Privataufnahmen des großen Egomanen aufgestöbert. Beim ersten Durchblättern wirkt der drei Kilo schwere Band mit Übergröße so chaotisch wie Kinski, doch das ist Gestaltungsprinzip.

Man wühlt sich durch Tagebuchaufzeichnungen und autobiografische Skizzen, in denen sich der Schauspieler zum Beginn seiner Karriere selbst erfand. Als One-Man-PR-Team versuchte er auch später, sein öffentliches Bild zu bestimmen. Wie Geyer schlüssig darlegt, hat Kinski die Fanbriefe an sich, aus denen er in Büchern wie "Ich brauche Liebe“ (englischer Originaltitel: "All I Need Is Love“) zitierte, selbst geschrieben.

Im Stil entsprechen sie ihm tatsächlich: "Sie haben die Mähne des Löwen, den Blick


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