Begnadigte Körper

Steiermark | Nadelschau: Tiz Schaffer | aus FALTER 50/11 vom 14.12.2011

Der gebürtige steirische Fotograf Klaus Pichler beleuchtet in einem Fotoband die Tradition heimischer Gefängnistätowierungen der alten Schule

Es gab immer Leute, die sich aus lauter Langeweile den größten Blödsinn tätowiert haben. Einer hat einen Socken tätowiert gehabt. Dann gab es einen, der hatte einen Revolvergurt um die Hüften gestochen, in einem Halfter war ein Butterbrot, im anderen eine Banane. In der Karlau war einer, der hat sich über den ganzen Rücken ein Aquarium tätowieren lassen, mit nur einem einzigen Fisch drinnen.“ Das gibt Herr X., 54 Jahre, zu Protokoll. Herr X. ist einer der 150 Exhäftlinge, darunter nur eine Frau, die der gebürtige Obersteirer und in Wien lebende Fotograf Klaus Pichler in den letzten Jahren interviewt und fotografisch porträtiert hat. An Orten wie dem Praterstern in Wien oder dem Grazer Hauptbahnhof hat er Menschen gefunden, die oft viele Jahre ihres Lebens in Gefängnissen verbracht und sich das Andenken daran auf ihrer Haut bewahrt


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