Die Sehnsucht nach   Väterchen Moral


Kommentar: Barbara Tóth
Falter & Meinung | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Ist nach dem Tode Václav Havels die Ära der Dichter und Philosophen in der Politik vorbei? Hoffentlich nicht

Die New York Times widmete Václav Havel am Tag nach seinem Tod einen fast einseitigen Nachruf. Sie würdigte den ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten, Dramatiker und Dissidenten als europäische Ausnahmepersönlichkeit, als Revolutionär und Poet in Personalunion - und als einen der letzten Repräsentanten einer großen Politikergeneration, die noch durch die Wirrnisse des 20. Jahrhunderts geprägt worden war.

Tschechische Medien waren weniger ehrfurchtsvoll. Sie stellten Havel, der 75 Jahre alt wurde, zwar unisono auf eine Stufe mit Tomas Garrigue Masaryk, dem legendären Präsidenten der ersten Tschechischen Republik, der sein Land nach Zerfall der Habsburgermonarchie 1918 als selbstständige, stolze Nation etablierte. Aber sie scheuten sich auch nicht anzumerken, dass seine Bilanz als Politiker weniger glanzvoll war als sein Ruhm als globale Polit-Ikone, zu der er, ähnlich

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