Kolumne  

2012? Der "Outlook“ muss auf positiv korrigiert werden

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Die Ratingagenturen haben die Deutungshoheit über den Zustand unserer Gesellschaften errungen: Sie sprechen in AAA und AA-, in Downgrades und negative outlooks. Die Begriffe machen sich im allgemeinen Sprachgebrauch breit, das Maß der Finanzwelt wird zum Maßstab der Befindlichkeit unserer Gesellschaften.

Entgegen allem Anschein sind die Ratingagenturen aber keine Agenten internationaler Verschwörungen gegen Europa, sondern neoliberale Kassandras der Finanzwirtschaft, die vor lauernden, echten finanziellen Gefahren warnen und andere Aspekte, wie demokratische Legitimation oder soziale Ausgewogenheit, weitgehend ignorieren.

Die Downgrades bezeichnen ein Jahr, in dem die Struktur der EU an ihre Grenzen gelangt ist. Zum ersten Mal stellt sich ernsthaft die Existenzfrage des europäischen Einigungsprojekts: Es könnte an den nationalistischen Egoismen zerbrechen, die angesichts der Schuldenkrise neu aufkeimen.

Das Veto der Briten gegen eine Einschränkung der nationalen Hoheit über die Staatsbudgets


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