"Wir müssen für die Demokratie kämpfen“

Gespräch: Wolfgang Zwander | Politik | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Der Historiker Ian Kershaw über die Begeisterung für die Nazis und die Lehren aus Weimar für die Euro-Krise

Man sagt den Engländern nach, sie würden sich mit makabrer Neugier für den Nationalsozialismus und das "Third Reich“ interessieren, und sollte der britische Boulevard Recht haben, lauert in der Seele eines jeden "Krauts“, wie der gemeine Deutsche abfällig genannt wird, ein kleiner Nazi. Hitler-Biograf Ian Kershaw dagegen ist ein Mann, der sich völlig ohne Sensationsgier einen Großteil seines Lebens mit dem NS-System und dem Auf- und Abstieg des Nationalsozialismus beschäftigt hat. Der 68-jährige Historiker, der einer Arbeiterfamilie entstammt, sich aber seit 2002 Sir nennen darf, gilt als einer der weltweit renommiertesten Experten für die Geschichte des Dritten Reichs. Dem Falter erzählte er, wie er auf Hitler gekommen ist.

Falter: Herr Kershaw, mit dem tschechischen Politiker Vaclav Havel und Nordkoreas Tyrannen Kim Jong-il sind beinahe zeitgleich zwei Persönlichkeiten

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