Mediaforschung  

Frau Draxl, warum gestalten Sie das Blindenzeichen neu?

Nachfragekolumne

Medien | Vera Bandion | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Der Kopf von Maria ist ein großer, schwarzer Punkt. Sie blickt in die Krippe auf ihr Jesuskind, dessen Körper ebenfalls ein schwarzer runder Punkt ist. Daneben das kreisförmige Gesicht von Josef, umrahmt von einem dichten Bart. Drei schwarze Punkte auf gelbem Hintergrund. In der Werbekampagne von "Licht für die Welt“ wird das Blindenzeichen neu interpretiert und passend zur Weihnachtszeit mit dem Christkind assoziiert. Warum erfindet der Verein Licht für die Welt, der sich für behinderte Menschen in Armutsgebieten einsetzt, das Blindenzeichen neu?

"Das Zeichen wird heute kaum mehr von blinden Menschen getragen, die meisten wollen kein Warnsignal auf dem Arm tragen“, sagt Margit Draxl. Die Pressesprecherin von Licht für die Welt hat die Werbekampagne maßgeblich mitentwickelt. Ziel der Aktion sei, das veraltete Blindenzeichen in ein positives Symbol umzuwandeln.

Dafür setzt Licht für die Welt auf Multimedialität: Auf der Webseite www.blindenzeichen.at kann jeder User selbst eine neue Interpretation der drei Punkte zeichnen und hochladen. Seit Oktober haben über 5000 Menschen mehr als 6000 Zeichnungen mit den drei Punkten gestaltet. Auf den Bildern werden die drei Punkte plötzlich zu lachenden Smileys oder zu den Heiligen Drei Königen umgestaltet. Noch bis 20. März kann jeder einen Vorschlag einschicken und auf der Webseite für die besten Motive abstimmen.

Um auf die Online-Kampagne hinzuweisen, hing im Oktober ein riesiges Blindenzeichen am Stephansdom. Bald kann man die drei Punkte selbst auch am eigenen Körper tragen - nicht als Schleife, sondern als Tasche: Aus der schwarz-gelben Plane des Stephansdoms werden Taschen mit verschiedenen Motiven gestaltet und ab einer Spende von 25 Euro verteilt.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige