Unter Primaten

Medien | Rückblick: Armin Thurnher | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Ein Jahr Boulevard: die Republik als Opfer eines Medienraubzugs

Den Primat über die Politik hat in Österreich der Boulevard. Wenn das Schmierblatt Österreich fordert, die Politiker mögen gefälligst ihre Gagen senken, tun sie das, ohne zu murren. Der Kardinalerzbischof schreibt Kolumnen in zwei der drei führenden Boulevardblätter. Der Kanzler pflegt freundschaftliche Beziehungen mit allen drei Herausgebern und unterstützt sie mit Inseraten, wo er kann. Neuerdings ist diese Unterstützung aufgrund einer brillanten Initiative des österreichischen Zeitungsherausgeberverbands sogar gesetzlich festgeschrieben: Sie muss bloß transparent geschehen.

In der Primatenrepublik gibt es keine anderen publizistischen Kriterien als die Reichweite.

Verbreitung erreicht man hier nicht, indem man andere für Inhalte gewinnt, sondern indem man sich ihnen aufdrängt. Entgegen dem weltweiten Trend, der Gratiszeitungen auf dem Rückzug sieht, steigt ihre Verbreitung in Österreich. Die Gratisblätter haben


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