Die Unruhe nach dem Sturm


Rezension: Klaus Nüchtern

Feuilleton | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

In Julian Barnes’ preisgekrönter Novelle "Vom Ende einer Geschichte“ wird endlich wieder Ernst gemacht mit der Literatur

Die Literatur hat drei große Themen: die Liebe, den Tod und den Erwerb von Einbaumöbeln - und bekanntlich kann man eins davon zur Not auch weglassen. Der Brite Julian Barnes hat sich in den letzten Jahren eher selten bei Ikea umgesehen und sich stattdessen in dem Erzählband "Der Zitronentisch“ und dem autobiografischen Großessay "Nichts, was man fürchten müsste“ eindringlich mit Alter, Tod und den damit einhergehenden Ängsten, Wünschen und Vorstellungen auseinandergesetzt.

Mit der Novelle "Vom Ende einer Geschichte“, die in der deutschen Ausgabe als Roman ausgewiesen wird (wie alles, was den Umfang von 148 Seiten überschreitet), bleibt Barnes diesem Thema treu und beendet unter vernehmbarem Aufatmen des britischen Feuilletons den peinlichen Missstand, bereits dreimal für den Man Booker Prize nominiert worden zu sein, ihn aber bislang nie erhalten zu

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